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Mehrfahrerbesatzung: Doppelbesatzung im LKW richtig einsetzen

Bei Doppelbesatzung (Multi-Manning) sind zwei Fahrer während der gesamten Fahrt an Bord. Das erlaubt längere Schichten und flexible Ruhezeiten — die Lenkzeit-Grenzen pro Person bleiben aber unverändert (Artikel 4 lit. o EU 561/2006).

Redaktionelles Motiv

Definition Doppelbesatzung

Eine Doppelbesatzung liegt vor, wenn während jedes Lenkabschnitts zwischen zwei aufeinanderfolgenden Tagesruhezeiten mindestens zwei Fahrer im Fahrzeug sind. Der zweite Fahrer darf in der ersten Stunde optional fehlen, muss aber danach durchgängig anwesend sein. Beide Fahrer müssen im digitalen Tachographen als Fahrer 1 und Fahrer 2 eingeloggt sein.

Verlängerter 24-Stunden-Zeitraum

Bei Doppelbesatzung verlängert sich der Bezugszeitraum für die tägliche Ruhezeit von 24 auf 30 Stunden. Das erlaubt Schichten von bis zu 21 Stunden gemeinsamer Betriebszeit — Voraussetzung: jeder Fahrer bleibt bei 9 h Ruhezeit innerhalb dieser 30 Stunden.

Lenkzeiten pro Fahrer

Trotz Doppelbesatzung gilt für jeden einzelnen Fahrer: 9 h Tageslenkzeit (2x 10 h/Woche), 4,5 h bis Pflichtpause, 56 h Wochenlenkzeit. Der Vorteil liegt in der doppelten Fahrzeug-Betriebszeit — das Fahrzeug fährt fast durchgehend, der einzelne Fahrer ruht wie bei Alleinfahrt.

Pausen bei Doppelbesatzung

Ein Fahrer darf seine 45-min-Pause während der Fahrt nehmen, sofern der andere Fahrer lenkt. Der pausierende Fahrer muss auf „Ruhe" umschalten, darf keine Weisungen entgegennehmen und keine Anschnallpflicht auf Fahrerposition haben — praktisch heißt das: er sitzt in der Schlafkabine oder auf dem Beifahrersitz und ist frei.

Kontrollpflichten

Beide Fahrerkarten müssen für den kompletten Doppelbesatzungs-Zeitraum steckenbleiben. Beim Fahrerwechsel wird nur die Rolle im Tachographen getauscht — die Karten bleiben. Wird eine Karte gezogen, endet die Doppelbesatzung sofort und die 24-h-Regelung greift wieder.

Häufige Fragen

Verdoppelt Doppelbesatzung die zulässige Lenkzeit?
Für das Fahrzeug ja (bis zu 20 h pro 30-h-Zeitraum), pro Fahrer nein — jeder Fahrer bleibt bei 9 h täglicher und 56 h wöchentlicher Lenkzeit.
Zählt die Zeit als Beifahrer als Arbeits- oder Ruhezeit?
Mitfahrt in einem fahrenden Fahrzeug gilt als „Bereitschaftszeit" — nicht als Arbeitszeit, aber auch nicht als Ruhezeit. Erst wenn der Fahrer aktiv in der Schlafkabine ruht und der Tachograph auf „Ruhe" steht, zählt es als Pause oder Ruhezeit.
Muss der zweite Fahrer den kompletten Tag mitfahren?
Ab der zweiten Stunde ja — er darf nur die erste Stunde nach Schichtbeginn fehlen. Sonst gilt die Fahrt als Alleinfahrt und der 24-h-Bezugszeitraum greift.

Weitere rechtliche Themen

Regeln, Termine und Rechner für den Fahreralltag.

Hinweis: Diese Seite bietet eine allgemein verständliche Zusammenfassung und stellt keine Rechtsberatung dar. Wir übernehmen keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität. Maßgeblich sind allein die amtlichen Gesetzestexte und der Bußgeldkatalog in der jeweils geltenden Fassung.

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